Minister a.D. Uwe Bartels

Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten des Landes Niedersachsen 

Minister a.D. Uwe Bartels über den Park der Gärten

2002 - Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten des Landes Niedersachsen

Über den Park der Gärten

Eine Landesgartenschau in Niedersachsen auf den Weg zu bringen, ist eine große Herausforderung. Die erste Landesgartenschau nach den bisherigen Ausstellungsformaten „Natur im Städtebau" sollte in Bad Zwischenahn stattfinden. Diesen Vorschlag hat das Kabinett auf Vorschlag des Landwirtschaftsministeriums beschlossen. Hier sollte die Erfolgsgeschichte bisheriger Bundes - und Landesgartenschauen in Deutschland nunmehr in Niedersachsen fortgeschrieben werden.

Dass die Wahl für die erste Schau auf Bad Zwischenahn fiel, ist kein Zufall Das zur damaligen Landwirtschaftskammer Oldenburg gehörende Gartenkulturzentrum in Rostrup , das von mir 2000 in Rostrup nach umfangreichen Umbauarbeiten eröffnet wurde, bot sich als Keimzelle für die Landesgartenschau, wie auch die von 350 Baumschulen 26000 ha im Ammerland bewirtschafteten Flächen hervorragend an .Das Gartenkulturzentrum war mit 7 Mio. DM vorbildlich zukunftsfähig gemacht worden.

Die Landwirtschaftskammer, aber auch die Gemeinde Bad Zwischenahn und der Landkreis Ammerland nahmen das Angebot des Landes positiv auf und setzten sich engagiert für das Vorhaben ein. Ich erinnere in der Folge viele Besprechungen meines Hauses mit den Projektbeteiligten, um die vielfältigen kreativen Ideen der Gärtner, Floristen, Architekten, Landschaftsplaner etc. in geeigneter Weise umzusetzen. Die Begeisterung war groß, die Aufgabe in vielerlei Hinsicht auch.

Fünf Außenstationen der Gartenschau mit Aussichtstürmen luden zu einem Blick über gärtnerisch weniger beeinflusste Landschaften des Ammerlandes ein. Dass es bei den Gesprächen auch ums Geld ging, sei nur am Rande erwähnt.

Ich erinnere z.B. eine Sponsorenveranstaltung, bei der ich Unternehmen der Region zum Mitmachen eingeladen hatte. Das Ergebnis an dem Abend war schon ermutigend, ließ aber noch Luft nach oben.

Das Vorhaben hatte Ministerpräsident Gabriel und mich so fasziniert, dass wir gemeinsam überlegt hatten, den Beitrag Venezuelas, die aufgehende Blumenknospe, auf der EXPO 2000 in Hannover für die Landesgartenschau zu erwerben. Gespräche dazu hat es tatsächlich von mir mit einer venezolanischen Delegation in Hannover gegeben. Es ist am Ende bei einer Überlegung geblieben.

Das unglaublich breit gefächerte Programm und die zahlreichen Exponate sowie die unzähligen lehrreichen und kulturellen Angebote dieser ersten Landesgartenschau waren überwältigend. Ich erinnere gerne meine zahlreichen Besuche auf der Landesgartenschau. Insbesondere die Eröffnungsveranstaltung gemeinsam mit dem MP und zahlreichen namhaften Ehrengästen, das Durchschneiden des Eröffnungsbandes im Beisein der Bischöfe Timmerevers und Dr. Krug, die Überreichung eines Präsentes an die750000 Besucherin sowie die Abschlussveranstaltung im Oktober.

Bis heute ist der Besucherrekord der Gartenschau 2002 mit knapp 1 Millionen Besuchern ungebrochen.

Worüber ich mich besonders freue, ist der Park der Gärten, der seit nunmehr fast 20 Jahren als dauerhaftes Exponat unglaublich viele Menschen mit seiner Pracht und gärtnerischen Vielfalt erfreut. Das ist die gewollte nachhaltige Wirkung der Landesgartenschau in Bad Zwischenahn. Wir, alle Partner der ersten Landesgartenschau Niedersachsens, hatten uns das so gewünscht; es ist auch tatsächlich vollumfänglich eingetreten. Dieses Zentrum der Landesgartenschau, der Park der Gärten, ist ein Juwel für das Ammerland und kann mit dem weiterentwickelten städtebaulichen und landschaftlichen Umfeld wiederum ein konstituierender Bestandteil einer Neuauflage einer Landesgartenschau der Zukunft sein. Zu wünschen wäre es.

März 2022, Minister a.D. Uwe Bartels