Willkommen im Musterpark für den Klimaschutz!

Seit der Saison 2026 ist der Park der Gärten ein Musterpark für den Klimaschutz. Durch den infrastrukturellen Ausbau in den Bereichen innovative Be- und Entwässerungssysteme, intelligentes Regenwassermanagement, Entsiegelung und versickerungsfähige Wegebeläge sowie klimaangepasste, standortgerechte Bepflanzungen leistet der Park einen maßgeblichen Beitrag zur Klimaanpassung. Zudem soll dieser Beitrag für jeden Gartenbesitzer als Inspiration für eine CO2-Minderung und Klimaverbesserung dienen. Dieses Klimaschutzprojekt unterstützen der Bund mit Fördermitteln in Höhe von rd. 2,8 Millionen € aus dem Bundesprogramm „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“ und die Gemeinde Bad Zwischenahn mit rd. 310.000 €.

Das "Grüne Band"

Auf einer neuen Fläche von rund 3.000 Quadratmetern sind zusätzliche gärtnerische Präsentationen und Beispielpflanzungen entstanden. Sie zeigen, wie klimaangepasstes Gärtnern praktisch umgesetzt werden kann – von standortgerechter Bepflanzung bis zu nachhaltigen Gestaltungslösungen. Ergänzt werden die Präsentationen und Beispielpflanzungen durch eine interaktive Outdoor-Ausstellung, die auf anschauliche Weise erlebbar macht, wie jeder Gartenbesitzer persönlich zum Klimaschutz beitragen kann.

Die interaktive Outdoor-Ausstellung

Thema "Klimawandel und Pflanzenvielfalt"

Der Klimawandel ist da - und wir passen uns an

Der menschengemachte Klimawandel bringt unseren Alltag schön durcheinander. Lange Hitzephasen, extremer Starkregen oder milde und feuchte Winter verändern unser Leben. In versiegelten Städten staut sich die Hitze, während an anderer Stelle Regenmassen wertvolle Böden wegspülen. Auch Pflanzen und Tiere geraten so unter Druck. Wir brauchen trotzdem nicht den Kopf in den Sand zu stecken. Der Klimawandel lässt sich zwar nicht einfach zurückdrehen, aber es gibt viele kluge Möglichkeiten, um sich anzupassen - mit durchlässigen Böden, hitzeresistenten Pflanzenarten oder dem Speichern von Wasser. Die Zukunft beginnt im Garten oder auf dem Balkon.

Pflanzen im Stress

Pflanzen brauchen Sonne, um mit Wasser und Kohlenstoffdioxid Stoffwechsel zu betreiben und zu wachsen. Zu viel Sonneneinstrahlung kann jedoch problematisch werden. Aber was sind Sonnenstrahlen eigentlich?

Sonnenlicht besteht aus verschiedenen Strahlen, von denen viele für uns unsichtbar sind. Die ultraviolette Strahlung (UV) zum Beispiel hat sehr viel Energie und kann bei Lebewesen und Pflanzen Zellschäden verursachen. Die Infrarotstrahlung ist der Teil der Sonnenenergie, den wir als Wärme wahrnehmen, während andere Anteile als sichtbares Licht erscheinen. Es kommt auf die richtige Menge an - zu viel oder zu wenig Sonne kann das Wachstum und das Wohlbefinden der Pflanzen beeinträchtigen. 

Durch zu viel UV-Strahlung und Hitze werden Photosynthese und Stoffwechsel der Pflanzen gestört. Das Erbgut wird geschädigt und die Pflanze vertrocknet. Doch viele Pflanzen haben Eigenschaften entwickelt, die einen Schutz bei Hitze und UV-Strahlung darstellen.

  • Pflanzen bilden eine dickere Haut, so dass Wärme-Strahlung nicht so trief eindringen und die Pflanze das Wasser besser speichern kann. Die Haut heißt Cuticula und ist eine wachsartige Schutzschicht auf den Blättern.
  • Pflanzen bilden Flavonoide, Phenole und andere sekundäre Pflanzenstoffe, die wie Sonnencreme funktionieren und die Pflanze effektiv schützen.
  • Einige Pflanzen können ihre Blätter drehen oder rollen, um die Einstrahlung und die Verdunstung zu minimieren.
  • Pflanzen besitzen Enzyme, die durch UV-Strahlen verursachte DNA-Schäden wieder reparieren können.
  • Auch Pflanzen brauchen Zeit, um sich an die Sonne zu gewöhnen. Aus dem Überwinterungsquartier erst in den Halbschatten, dann Stück für Stück weiter in die Sonne.
  • Immergrüne Laubgehölze nicht bei voller Sonne, sondern bei bedecktem Himmel schneiden und ggf. mit Schattiernetz abdecken.
  • An sonnigen Standorten eher Rhododendron pflanzen, die ihren jungen Blattaustrieb mit einem filzigen Belag (Indumentum) vor UV-Strahlung und Verdunstung schützen. Diese Anpassung an Gebirsstandorte sieht man im Park der Gärten z. B. im Alpinum.

Neuer Rhythmus

Der Klimawandel verschiebt die Jahreszeiten spürbar: Winterfröste setzen später ein oder das Frühjahr startet früher und die Sommer werden heißer und trockener. Viele Pflanzen blühen und reifen zu anderen Zeiten als früher. Wer heute pflanzt, muss daher auf die neuen Rhythmen der Natur reagieren. 

Dabei hilft ein phänologischer Kalender. Dieser hat keine Jahreszeiten, die an feste Datumseinträge gebunden sind. Viel mehr heißt es, in der Natur genau hinzuschauen. Beim phänologischen Kalender werden die zehn Jahreszeiten durch Zeigerpflanzen eingeläutet. Blüht eine bestimmte Zeigerpflanze, weiß der Gärtner, dass eine neue Jahreszeit angebrochen ist und welche Arbeiten jetzt im Garten anfallen. Weil sich der phänologische Kalender an den Pflanzen orientiert, funktioniert er sowohl in rauem als auch mildem Klima und in jedem Jahr - egal, wie die Witterung verläuft.

Vorfrühling

Zeigerpflanze: Haselnuss (Corylus avellana)
Merkmal: Blüte

  • Erste Beete vorbereiten
  • Robuste Gemüsearten wie Spinat aussäen
  • Dicke Bohnen legen
  • Rückschnitt von Ziergräsern
  • Weinreben schneiden

Erstfrühling

Zeigerpflanze: Forsythie (Forsythia × intermedia)
Merkmal: Blüte

  • Obstbaumschnitt
  • Rasen düngen, Beginn des Rasenschnitts
  • Rosenschnitt
  • Rhabarber ernten
  • Aussaat von Erbsen, Radieschen und Möhren

Vollfrühling

Zeigerpflanze: Apfel (Malus domestica)
Merkmal: Blüte

  • Frostgefahr weitestgehend vorüber
  • Bei Bedarf: Schutz vor Spätfrösten
  • Hauptpflanzzeit: Tomaten, Zucchini und Bohnen ins Freiland bringen
  • Pflanzung von Kartoffeln
  • Erdbeeren mit Stroh unterlegen
  • Pflanzung von Dahlien und Gladiolen und weiteren Sommerblumen

Frühsommer

Zeigerpflanze: Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
Merkmal: Blüte

  • Aussaat von später reifendem Gemüse: z. B. Kohlrabi und Buschbohnen
  • Pflanzung von Grün- und Rotkohl sowie Wirsing
  • Aussaat von Zweijährigen wie Stiefmütterchen, Hornveilchen und Goldlack
  • Verblühte Blütenstände bei Rhododendron ausbrechen

Hochsommer

Zeigerpflanze: Sommerlinde (Tilia platyphyllos)
Merkmal: Blüte

  • Der Garten steht in vollem Wuchs: auf regelmäßiges Gießen achten
  • Auspflanzen von Chinakohl, Endivien und Knollenfenchel
  • Rückschnitt von Katzenminze und Rittersporn
  • Wasserschosse von Obstgehölzen entfernen und Früchte ausdünnen
  • Neuanlage von Erdbeerbeeten

Spätsommer

Zeigerpflanze: Frühäpfel (Malus domestica)
Merkmal: reife Früchte

  • Zeit der Ernte für viele Gemüse-  und Obstsorten
  • Wintergemüse anbauen: z. B. Winterrettich und Feldsalat
  • Beste Pflanzzeit für immergrüne Laubgehölze
  • Sommerschnitt von Süß- und Sauerkirschen
  • Abgeerntete Flächen mit Spätgemüse oder Gründünger bestellen

Frühherbst

Zeigerpflanze: Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
Merkmal: Früchte

  • Knoblauch und Wintersteckzwiebeln stecken
  • Aussaat von Radieschen und Spinat für eine späte Ernte im Herbst
  • Quitten ernten, sobald sie sich gelb umfärben
  • Herbstdüngung des Rasens

Vollherbst

Zeigerpflanze: Stieleiche (Quercus robur)
Merkmal: Früchte

  • Laub als Winterschutz auf den Beeten verteilen
  • Späteste Aussaat von Winterspinat für eine Ernte im zeitigen Frühjahr
  • Saatgut von Sommerblumen, Kräutern und samenfestem Gemüse ernten
  • Herbstgemüse wie Kürbisse ernten

Spätherbst

Zeigerpflanze: Stieleiche (Quercus robur)
Merkmal: Blattverfärbung

  • Obstgehölze, wurzelnackte Rosen und Heckengehölze pflanzen
  • Aussaat von Kaltkeimern wie Bärlauch und Waldmeister
  • Blumenzwiebeln wie Tulpen, Narzissen und Krokusse setzen
  • Pflanzung von Sträuchern und Stauden, Stauden teilen
  • Nicht winterharte Zwiebelgewächse wie Dahlien und Gladiolen ausgraben und einlagern

Winter

Zeigerpflanze: Stieleiche und Apfel
Stieleiche und Apfel verlieren mehr als die Hälfte ihrer Blätter – die Vegetation ist in der Winterruhe

  • Aussaat von Kaltkeimern
  • Stammanstrich für Obstbäume
  • Schnitt von sommergrünen Ziersträuchern

 

 

Grüne Wände - kühle Köpfe

Fassadenbegrünung sieht nicht nur gut aus – sie wirkt wie eine grüne Klimaanlage: Pflanzen reflektieren Sonnenlicht, kühlen die Luft durch Verdunstung und verhindern so, dass sich Gebäude zu stark aufheizen. Gleichzeitig filtern sie Schadstoffe aus der Luft, bieten Lebensraum für Insekten und Vögel und dämpfen den Verkehrslärm. So entsteht 
ein lebendiger, atmender Schutzmantel fürs Haus – schön, nützlich und nachhaltig zugleich: ein echter Gewinn auf
ganzer Linie.

Klimaangepasste Arten machen Fassadenbegrünung robust und lebendig. Clematis, Blauregen oder Kletterrosen brauchen zwar Rankhilfen, bringen aber Farbe ins Spiel und bedecken ganze Wände - kühlend, schattenspendend und pflegeleicht. Selbstklimmer wie Efeu oder Wilder Wein dagegen benötigen keine Kletterhilfen. Besonders nachhaltig ist die bodengebundene Begrünung - sie braucht kaum Technik, nur Erde, Licht und Zeit.

Kletterpflanzen benötigen unterschiedliche Rankhilfen, manche auch gar keine. Auch die Wuchsleistungen und der Pflegebedarf sind sehr unterschiedlich. Informiere dich bei der Gärtnerei deines Vertrauens.

Dem Klimawandel trotzen

Stauden sind krautige, mehrjährige Pflanzen, die dem Klimawandel trotzen: Viele Stauden sind nämlich speziell an Trockenheit und hohe Sonneneinstrahlung angepasst. Während im Winter der oberirdische Teil in der Regel abstirbt, überleben die Wurzeln und bilden in der folgenden Vegetationsperiode wieder Blüten aus. Stauden benötigen häufig
weniger Pflege als einjährige Pflanzen, da sie mehrere Jahre in einem Garten verbleiben. Die Pflanzen bieten Insekten und anderen Lebewesen Lebensraum und Nahrung.

Um den Boden für eine Pflanzung vorzubereiten, sollten Wurzelunkräuter gründlich entfernt und die Erde bei Bedarf tiefgründig gelockert werden. Die Struktur und Wasserspeicherfähigkeit des Bodens werden verbessert, wenn Humus, Kompost oder Gründüngung eingearbeitet werden. Auf schweren Böden kann Sand für mehr Durchlässigkeit sorgen, während magere Sandböden durch Humus oder Ton aufgewertet werden.

Im Park der Gärten genügt ein Blick zur Seite, und du findest eine riesige Auswahl an klimaangepassten Stauden, die Sonne und Hitze trotzen.

Leitstauden
Leitstauden geben dem Beet Struktur und sind die dominierenden Pflanzen. Sie bestimmen die Höhe und den Charakter des Beetes und sollten die auffälligsten Positionen einnehmen. Dabei gehören größere Arten nach hinten und kleinere nach vorne.

Begleitstauden
Begleitstauden ergänzen die Leitstauden, indem sie Farbe und Textur ins Beet bringen, ohne die Hauptstauden zu überstrahlen. Diese Pflanzen werden locker um die Leitstauden gruppiert und helfen, Übergänge zwischen verschiedenen Wuchshöhen auszufüllen. 

Bodendecker und Füllstauden
Bodendecker füllen leere Stellen und die Ränder im Beet, verhindern Unkrautwachstum und bringen Textur. Durch ihre niedrigen Wuchshöhen ergänzen sie das Gesamtbild.

Streupflanzen
Streupflanzen bringen zusätzlichen Charme und füllen kleinere Lücken im Staudenbeet. Streupflanzen eignen sich gut für die Zwischenräume zwischen den größeren Stauden oder an den Beeträndern.

Zwiebelfplanzen
Zwiebelpflanzen fügen dem Beet Frühjahrsblüher hinzu. Sie bringen Farbe und Lebendigkeit in das Beet, bevor die Stauden anfangen zu wachsen. Die Blumenzwiebeln liefern außerdem erste Nahrung für bestäubende Insekten. Später austreibende Stauden kaschieren das verwelkende Laub der einziehenden, frühjahrsblühenden Zwiebelgewächse.

Wer es einfacher mag, kann auch zu einer Staudenmischung greifen.

Thema "Klimaangepasster Garten"

Der Garten im Klimawandel - So wird dein Garten fit für die Zukunft

Um den eigenen Garten und seine Pflanzenwelt klimafest zu machen, kann man eine ganze Menge tun. Dazu gehört einerseits die grundsätzliche Gestaltung: schattige Bereiche schaffen, die Wasserspeicherfähigkeit der Böden erhöhen oder die Verwendung von hitzeresistenten Pflanzen. Aber auch die tägliche Pflege muss an die Bedingungen des Klimawandels angepasst werden. Dazu gehört, etwas seltener, dafür aber intensiver zu gießen und durch Mulchen die Verdunstungs-Verluste zu reduzieren. Auf diese Weise bleibt der Garten, was er ist: Wohlfühlort, Anbaufläche und Lebensraum für zahlreiche Tier und Pflanzen.

Zukunft gestalten!

1 - Benjes-Hecke
Der Zaun aus geschichtetem Totholz wird zum Lebensraum für viele Arten wie Amphibien und Reptilien. Mit der Zeit verrottet das Holz, sackt zusammen und wird von oben immer neu aufgefüllt.

2 - Photovoltaik-Element
Auch in Gärten mit wenig Platz funktionieren Photovoltaik-Elemente, die dann Gartenpumpen, Licht oder andere Verbraucher mit Strom versorgen

3 - Begrüntes Dach
Ein begrüntes Dach sieht nicht nur gut aus, sondern schafft auch noch ein gutes Mikroklima. Zusätzliche Photovoltaik-Elemente generieren Strom.

4 - Hochbeet
Der Frühbeet-Kasten spendet frostempfindlichen Pflanzen Wärme. In den Deckel ist ein durchsichtiges Solarmodul integriert, das Strom erzeugt.

5 - Gebrauchsrasen - Kräuterrasen
Kräuterrasen besteht aus robusten Gräsern und blühenden Wildkräutern. Er ist trittfest, pflegeleicht und kommt gut mit Trockenheit klar. Außerdem muss er nur vier bis acht Mal im Jahr gemäht werden.

6 - Säulenobst
Von Natur aus schmal wachsende Obstsorten bilden ihre Früchte unmittelbar neben dem Stamm. Wegen des geringen Platzbedarfs ist es bestens für kleine Hausgärten oder für Balkone geeignet.

7 - Zisterne und Mulde
Bei Regen wird Wasser für Trockenphasen aufgefangen und gespeichert. Durch einen Überlauf gelangt Wasser auch in eine Mulde, so dass eine wechselfeuchte Fläche für eine große Artenvielfalt sorgt.

8 - Wasserbecken und Vogeltränke
Ein lebendiger Garten: in Zeiten großer Trockenheit können Vogeltränken eine lebensrettende Funktion haben. 

9 - Obstarten
Wärmeliebende Obstarten wie Kiwi und Wein aus Süd- und Mitteleuropa kommen mit Hitze und Trockenheit besser klar als viele herkömmliche Obstarten.

10 - Pergola
Die Pergola mit ihren rankenden Pflanzen schafft schattige Bereiche und verbessert das Mikroklima.

11 - Weg
Der Weg ist wasserdurchlässig. Dafür sorgen eine Kiesschicht und trittfeste Pflanzen, die in den Fugen wachsen. Da die Steine gebraucht sind, entstehen keine zusätzlichen CO2-Emissionen.

Der Mustergarten "Klimaschutz" im Park der Gärten

Klimaangepasstes Gärtnern

Klimafreundliches Gärtnern beginnt im Kleinen: Wer torffreie Erde nutzt, schützt Moore als wichtige CO2-Speicher. Organische Dünger, richtig dosiert, fördern das Bodenleben und sorgen für eine langanhaltende Nährstoffversorgung. Wer Materialien aus der Region verwendet oder gebrauchte Dinge wie alte Töpfe und Klinker wieder einsetzt, spart Energie und Ressourcen. Selbst angebautes Gemüse spart Transportwege. Und wer auf motorlose Geräte setzt und Gartenabfälle kompostiert, schont zusätzlich Klima und Umwelt.

Gestaltung eines klimaangepassten Gartens

Trockenheit, intensive Sonne und verschobene Jahreszeiten: Der Klimawandel stellt neue Anforderungen an unsere Gärten. Mit einer veränderten Pflege allein kommt man da nicht mehr hinterher – der Garten muss grundsätzlich anders gestaltet werden. Im Mustergarten setzen wir auf klimaangepasste Pflanzen und clevere Wasserspeicherung. Durchlässige Flächen tragen zu einer guten Wasserversorgung bei. Natürliche Verschattung, wassersparende Bewässerung sowie nachhaltige Gestaltungsideen machen den Garten widerstandsfähig und lebendig.

Sonnenenergie nutzen

Eine Photovoltaikanlage wandelt Sonnenlicht in elektrischen Strom um. Dieser Strom kann entweder direkt genutzt, zwischengespeichert oder ins Stromnetz eingespeist werden. PV-Anlagen sind besonders umweltfreundlich und helfen, etwa Gartenbeleuchtung, Pumpen oder kleine Geräte im Garten nachhaltig zu betreiben. Im Garten gibt es viele Plätze für eine PV-Anlage: auf einer Pergola, auf dem Gartenhaus, als Zaunelement oder als Hochbeetabdeckung. Photovoltaikanlagen für den Garten oder Balkon sind meistens so klein und einfach zu handhaben, dass es für ihre Errichtung keine Baugenehmigung braucht. 

Insektenfreundliches Gärtnern

Der Klimawandel führt zur Einwanderung neuer Schädlinge und Krankheiten, da wärmere Temperaturen neue Lebensräume für Insekten schaffen. Die Arten gelangen häufig durch  die Globalisierung als blinde Passagiere zu uns. Dabei spielen Insekten eine wichtige Rolle im Garten. Bestäuber wie Bienen und Schmetterlinge gelten als Nützlinge, weil sie Pflanzen befruchten, indem sie Pollen von einer Blüte zur nächsten transportieren – ohne Insekten keine Äpfel oder Kirschen. Andere Insekten gelten als Schädlinge, weil sie sich vom Pflanzensaft ernähren oder Krankheiten übertragen. Diese Schädlinge werden von anderen Nützlingen wie Marienkäfern oder Schlupfwespen reduziert, sodass das ökologische Gleichgewicht gewahrt bleibt. 

Es lohnt sich also, den Garten klimafreundlich zu gestalten: Totholzhaufen oder Benjes-Hecken bieten Insekten Unterschlupf. Eine artenreiche Gestaltung der Beete sorgt für genügend Nahrung. Dazu gehören Pflanzen, die Insekten Nektar und Pollen bieten. Kleine Teiche dienen als Trinkstellen.

Die Mischung machts: Wähle Pflanzen, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen, damit die Insekten das ganze Jahr mit Nahrung versorgt sind.

Thema "Wasser - Eine wertvolle Ressource"

Jeder Tropfen zählt - Wie dein Garten auch mit wenig Wasser erblüht

Heiße und trockene Sommer häufen sich und Niederschläge sind unregelmäßig, was für Gärten eine große Herausforderung ist. Beete, Rasenflächen und Bäume brauchen viel Wasser. Um so wichtiger ist es, dass wir die kostbare Ressource sinnvoll einsetzen. Dabei helfen clevere Bewässerungsmethoden, der richtige Gießzeitpunkt oder der Einsatz von Regen- und Grauwasser, um kostbares Trinkwasser zu sparen. Außerdem lässt sich etwa durch Entsiegelung die Wasserspeicherfähigkeit der Böden erhöhen. Auch bepflanzte Mulden und Versickerungsflächen entlasten die Kanalisation und fördern den natürlichen Wasserkreislauf.

Wasser - Eine wertvolle Ressource

Das Klima spielt nicht mehr so mit wie früher: Wochenlange Trockenheit wechselt sich mit heftigen Regengüssen ab. Diese führen dazu, dass das Wasser nicht versickert, sondern oberflächlich abläuft. Die Folge ist Erosion, wodurch der Garten wertvollen Boden verliert. Längere Hitze- und Dürrephasen dagegen beschleunigen die Verdunstung, wodurch die Böden schneller austrocknen. Wenn es dann wieder regnet, können die harten Böden das kostbare Nass oft nicht mehr so schnell aufnehmen. Bei Wasserknappheit kommt es schon heute zu regionalen und zeitweisen Verboten, private Gärten tagsüber zu bewässern. Die Lösung: den Garten entsiegeln und möglichst ohne Trinkwasser gießen. Eine Zisterne, Regentonne oder Rigole können das Regenwasser zwischenspeichern.

Bedarfsgerechtes Gießen

Bedarfsgerechtes Gießen spart Wasser und stärkt die Pflanzen. Statt täglich oberflächlich zu wässern, gilt: lieber seltener, dafür durchdringend gießen – und nur, wenn es wirklich nötig ist. Die meisten eingewachsenen Gartenpflanzen kommen mit weniger aus, als man denkt. Gegossen wird am besten frühmorgens oder abends, um Verdunstung zu minimieren. Heute gibt es vielfältige Bewässerungssysteme, die Wasser sparen und mit denen sich zielgerichtet gießen lässt. Die Spanne reicht von einer Tröpfchenbewässerung bis zu intelligenten Systemen, die mit Sensoren arbeiten.

Bitte möglichst auf das Rasensprengen im Garten verzichten, weil dabei durch Verdunstung und Wind viel Wasser verloren geht – an der Wurzel kommt dann nicht mehr viel an.

Brauch- und Trinkwassertrennung im Haushalt

Trinkwasser ist wertvoll und wird streng kontrolliert - es muss so rein sein, dass man es bedenkenlos trinken kann. Doch im Alltag nutzen wir es oft für Aufgaben wir Gartenbewässerung oder Toilettenspülung. Wasserversorger wie der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) müssen das Wasser dafür aufwendig und energieintensiv aufbereiten. Deshalb rufen Wasserversorger dazu auf, in Zeiten von Dürre und Wasserknappheit gar nicht mit Trinkwasser zu gießen. Regenwasser, das zuvor aufgefangen und z.B. in eine Regentonne oder eine Zisterne geleitet wurde, ist hierfür völlig ausreichend.

Dieses Wasser wird auch als Brauchwasser bezeichnet und muss geringere Standards erfüllen. Es kommt nicht nur bei der Bewässerung, sondern auch bei industriellen Prozessen oder als Kühlwasser zum Einsatz. Das schont das Grundwasser, reduziert Kosten und leistet einen Betrag zum nachhaltigen Umgang mit Wasser.

Wasserspeicherung und Entwässerung

Wasser ist eine kostbare Ressource, mit der wir verantwortungsvoll umgehen müssen. Gerade in Zeiten des  Klimawandels, mit zunehmender Trockenheit und heftigerem Starkregen, wird ein kluger Einsatz immer wichtiger. Im Garten lässt sich Regenwasser effizient auffangen und für die Bewässerung zwischenspeichern – etwa in einer Regentonne, Zisterne oder Rigole, die in der Regenzeit Wasser aufnehmen und den Pflanzen wieder zur Verfügung stellen. Ebenso wichtig ist es, Flächen zu entsiegeln und Versickerung zu ermöglichen – auch dieses Wasser bleibt im Garten und Überschwemmungen werden vermieden. Das Auftragen von Mulch schützt den Boden vor Austrocknung und hilft, Feuchtigkeit länger zu speichern.

Natürliche Wasserversorgung für den Garten

Der Park der Gärten verfügt über eine zentrale Wasserversorgung. Der Mustergarten hat zusätzlich eine eigene Wasserversorgung.
Ein wasserdurchlässiger Weg, ein begrüntes Dach, eine Mulde und eine Zisterne speichern das Regenwasser und geben es verzögert
wieder an die Umgebung ab. Pflanzflächen, Bäume und das Hochbeet speichern zusätzlich Wasser, fördern eine kühlende Verdunstung und beeinflussen das Mikroklima damit positiv. Das zentrale Wassermanagement des Parks ist eine Ergänzung für trockene und heiße Phasen.

  1. In der Mulde sammelt sich der Regen und sickert langsam in den Boden ein, statt auf Rasen oder Wegen stehen zu bleiben.
  2. Der Regen fällt auf Pflanzflächen und bewässert das Grün. Nicht benötigtes Wasser versickert im Erdreich.
  3. Im Hochbeet kommt der Regen den Pflanzen direkt zugute und überschüssiges Wasser versickert im Boden.
  4. Auf dem wasserdurchlässigen Weg kann der Regen in die Erde einsickern.
  5. Das begrünte Dach nimmt den Regen auf, versorgt die Pflanzen und leitet das übrige Wasser über eine Regenrinne ab.
  6. In einer unterirdischen Zisterne wird das gesammelte Regenwasser gespeichert und steht für Trockenphasen zur Verfügung.

Entsiegelter Boden

Heute sind insbesondere in Städten viele Flächen stark versiegelt. Flächenentsiegelung bedeutet, harte, wasserundurchlässige Oberflächen wie Beton, Asphalt oder dicht verfugtes Pflaster zu entfernen oder so umzubauen, dass Regenwasser wieder in den Boden einsickern kann. Im Garten betrifft das vor allem Wege, Terrassen und kleine Hofflächen. Statt Wasser schnell abzuleiten, bleibt es vor Ort, versorgt Pflanzen und entlastet bei Starkregen die Kanalisation. Gleichzeitig kühlen entsiegelte Flächen durch Verdunstung,
heizen sich weniger auf und verbessern das Bodenleben. Für Gartenwege beispielsweise eignen sich Kies‑ oder Splittwege und für Terrassen können Drän‑ bzw. Pflaster mit sickerfähigen Fugen zum Einsatz kommen. So wird aus einer versiegelten Fläche wieder ein funktionierender, lebendiger Teil des Gartens.

Thema "Gehölze"

Gehölze gegen Hitze - Bäume für die ganze Welt

In Zeiten des Klimawandels werden Gehölze wie Bäume, Sträucher und Hecken immer wichtiger: Sie kühlen überhitzte Städte, speichern CO2, verdunsten Wasser und fördern das Mikroklima. Ihre Blüten ernähren Insekten und ihre Früchte locken Vögel und kleine Säugetiere an. Als Rückzugsorte und ökologische Trittsteine sichern sie die Biodiversität. In Baumschulen wachsen die Gehölze unter fachkundiger Pflege über viele Jahre heran.
In der Region Ammerland-Ostfriesland befindet sich eines der bedeutendsten Baumschulgebiete Europas - von hier gehen die Bäume überall in die Welt. Außerdem untersucht die Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau (LVG), wie sich Pflanzen unter den veränderten Bedingungen des Klimawandels kultivieren lassen und wie die Anbaumethoden angepasst werden müssen.

Zukunftsbäume

Bäume sind wahre Klimaschützer: Sie binden Kohlendioxid, produzieren Sauerstoff, kühlen ihre Umgebung und spenden Schatten. Doch viele unserer heimischen Arten leiden unter längeren Trockenzeiten, Hitze und Extremwetter. Besonders unsere Städte heizen sich stark auf. Zukunftsbäume sind Bäume, die mit diesen neuen Bedingungen besser zurechtkommen. Viele stammen aus Regionen wie Südosteuropa, Asien oder Nordamerika, wo heute schon ähnliche Klimaverhältnisse herrschen wie künftig bei uns.

Ihre besonderen Anpassungen an heiße und trockene Bedingungen machen Zukunftsbäume zu echten Klimaexperten: behaarte oder ledrige Blätter verringen die Verdunstung, silbrige Blattoberflächen reflektieren Sonnenlicht und tiefreichende Wurzeln sichern die Wasserversorgung. Zukunftsbäume sind widerstandsfähig, ökologisch wertvoll und auch für den eigenen Garten bestens geeignet.

Baumschulen sind spezialisierte Betriebe, die Gehölze vom Sämling, Steckling oder der Veredlung bis zu einer pflanzfertigen Größe heranziehen, um sie später an Kommunen, Garten- und Landschaftsgärtner oder private Kundschaft zu verkaufen. Schon heute arbeiten Baumschulen zukunftsorientiert, indem sie verstärkt klimaangepasste Arten und Sorten kultivieren, um Städte und Landschaften widerstandsfähiger gegen die Auswirkungen des Klimawandels zu machen. Auf diese Weise zieht die Baumschule hochwertige Gehölze heran, die schließlich als verkaufsfertige Jungbäume im Container oder mit Ballen angeboten werden. So gelangen die Bäume in Wohngebiete, Gärten sowie Parks oder auf öffentliche Plätze. Dort kühlen sie die Umgebung, verbessern die Luftqualität und bieten verschiedensten Arten Lebensraum.

Anbauplanung & Verschulen
Die Kulturflächen der Baumschule sind in Quartiere gegliedert. In digitalen Quartierbüchern werden Pflanzenart und -sorte, Anzahl und Größe dokumentiert. Denn bis manche Bäume verkauft werden können, vergehen oft viele Jahre oder Jahrzehnte. Jungpflanzen werden im Freiland auf Beeten und später in Reihen gepflanzt. Das regelmäßige Umpflanzen an einen neuen Standort sorgt für einen festen Ballen mit vielen Feinwurzeln. Dieses Umpflanzen nennt man auch Verschulen.

Pflege und Kulturmaßnahmen
Um einen guten Baum heranzuziehen, bedarf es regelmäßiger und aufwendiger Kulturmaßnahmen. Für ein optimales Wachstum werden die Gehölze bedarfsgerecht gedüngt und bewässert. Zu den Kulturmaßnahmen gehört außerdem das Stäben, was der Entwicklung eines durchgehenden Leittriebs dient. Hinzu kommen noch das Schneiden und Verschulen. Verkaufsfähige Bäume können so bis zu 50 Jahre alt werden, bis sie die Baumschule verlassen. In Gewächshäusern und Folientunneln kommen noch die Vermehrung und Überwinterung von Containerpflanzen hinzu.

Verkauf und Versand
Auch die Vorbereitung für den Transport ist ein wichtiger Arbeitsschritt. Nach dem Roden müssen die Gehölze für den Transport vorbereitet werden. Je nach Größe des Baumes erfolgt das Herausnehmen durch einen Ballenschneider oder einen Ballenstecher. Der Wurzelballen wird vorsichtig auf ein Drahtgeflecht gestellt, das mit Jute abgedeckt ist. Dann wird die Jute zusammengebunden und der Draht zusammengezogen. Zum Schluss wird auch die Krone vorsichtig zusammengebunden. Dann werden die Gehölze auf einen LKW verladen. Zu den Aufgaben einer Baumschule gehören auch Verkauf, Beratung sowie Präsentation der Gehölze im Einzel- oder Großhandel.

Urbaner Baumstandort

Eine Baumrigole ist ein unterirdischer Speicher, der Regenwasser sammelt und dem Baum bei Trockenheit wieder zur Verfügung stellt. Bäume übernehmen im Stadtraum eine wichtige Rolle: Sie spenden Schatten, kühlen durch Verdunstung, binden Feinstaub und verbessern das Mikroklima. Gleichzeitig stehen Stadtbäume unter starkem Stress. Verdichtete Böden, wenig durchwurzelbarer Raum, versiegelte Flächen und Hitzeinseln führen dazu, dass Stadtbäume häufig nicht älter als 60 Jahre alt werden. Die Folgen des Klimawandels mit Hitze, Dürre und Starkregen sind eine große Herausforderung besonders für die Städte, den Menschen und die Bäume. Hier setzt das Prinzip der Schwammstadt an: Wenn es stark regnet, fließt Regenwasser von befestigten Flächen wie Gehwegen oder Plätzen in die Rigole und wird in der nächsten Trockenphase zeitverzögert wieder an den Wurzelraum abgegeben. Das schützt auch vor Überflutungen, entlastet die Kanalisation und verringert den Gießbedarf.

Hausbäume richtig pflegen

Der wichtigste Schritt bei der Pflanzung eines Baumes erfolgt vor dem ersten Spatenstich: die Arten- und Sortenwahl. Am sichersten gelingt sie mit Beratung und Kauf in einer Baumschule des Vertrauens. Gerade bei größeren Bäumen oder engen Platzverhältnissen können Profis helfen: Passen Licht- und Bodenverhältnisse zum Baum, hat diese später deutlich weniger Stress und wächst sicherer an. Zur Standortwahl gehört auch der Blick auf Klima und Region: Ist die gewählte Art frosthart, kommt sie mit Trockenheit zurecht und steht sie an einem Platz der spätfrostgefährdet ist? Bei Fragen etwa zur Pflanzung, Verankerung und Standortverbesserung können auch Gartenbau-Firmen helfen.

So wird aus einem fachkundig gepflanzten Baum ein langlebiger Begleiter, der über viele Jahre Schatten spendet und den Garten bereichert.

Schritt für Schritt gut gepflanzt:

Pflanze vorbereiten

  • Verletzte Wurzeln glatt abschneiden
  • Die Wurzeln mindestens zwei Stunden wässern
  • Die Krone so weit zurückschneiden, bis Wurzeln und Krone im Gleichgewicht sind
  • Zuerst schwache, beschädigte oder zu eng stehende und nach innen wachsende Triebe schneiden
  • Die verbliebenen Triebe je nach Baumart bis auf die Hälfte zurückschneiden
  • Der Leittrieb wird in der Regel nicht geschnitten und bleibt ca. 20 cm länger als die Seitentriebe

Boden vorbereiten

  • Loch ausheben (mindestens 1,5-mal so breit und tief wie der Ballen bzw. das Wurzelwerk) und den Untergrund lockern
  • Baumpfähle vor der Pflanzung einschlagen
  • Faustregel: bei kleinen Bäumen (bis 14 cm Stammumfang) ein Baumpfahl auf der Westseite, bei größeren Bäumen zwei oder drei Pfähle, bei Ballenpflanzen ein Schrägpfahl
  • Durchmesser des Pfahles: 8 –10 oder 10 –12 cm

Pflanzung

  • Leichtes Antreten und Einschlämmen stellt den Kontakt der Wurzel zum Boden her
  • Der Wurzelansatz muss nach dem Verfüllen noch ca. 5 –10 cm über dem umgebenden Gelände liegen, da sich der Baum noch setzt
  • Mit dem übrig gebliebenen Boden einen Gießring herstellen
  • Der innere Durchmesser des Gießrings ist kleiner als der Ballen, damit das Wasser nicht vorbeiläuft

Verankerung und Pflege

  • Nach der Pflanzung kräftig angießen
  • Baum und Stützpfähle mit Kokosstrick verbinden
  • Achtung: Baum und Pfahl dürfen sich nicht berühren
  • Bindungen regelmäßig auf Einschnürungen kontrollieren
  • Nach drei Jahren können die Stützen entfernt werden

Die beste Zeit für die Pflanzung von Bäumen ist der Herbst. Der Boden ist noch warm und die Wurzeln können sich bi zum Frühjahr etablieren, ohne dass die Pflanze durch Hitze- und Trockenstress belastet wird. Das liegt daran, dass die Gehölze bereits in der Vegetationsruhe sind und kein Wasser durch Verdunstung verlieren. 

Die LVG im Klimawandel - Sortenversuche

Die Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau (LVG) der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Bad Zwischenahn führt praxisnahe Kulturversuche zu Anzucht, Pflanzenschutz, Bewässerung, Düngung und Substraten durch. Wissenschaftlich begleitet werden neue Kulturverfahren getestet, mit denen sich etwa der Torfeinsatz in Substraten verringern lässt. Die LVG führt außerdem Sortenversuche durch, um widerstandsfähige und klimaangepasste Pflanzen zu testen.

In der LVG werden Ziergehölze sowie Beet- und Balkonpflanzen auf ihren Garten- und Produktionswert überprüft.

Blüheigenschaften
Zu den Blüheigenschaften gehören unter anderem der Blütenreichtum sowie die Länge der Blütezeit. Zusammen mit den Wuchseigenschaften macht das den Zierwert der Pflanze aus.

Wuchseigenschaften
Bei den Wuchseigenschaften werden unter anderem die Gesamterscheinung, auch Habitus genannt, die Stabilität der Triebe sowie der dekorative Wert außerhalb der Blüte erfasst. Auch diese Eigenschaften beeinflussen den Zierwert der Gehölze.

Gesundheit
Die Gesundheit von Pflanzen lässt sich daran messen, wie widerstandsfähig sie gegenüber Krankheiten, Schädlingen und anderen Umweltfaktoren sind – robuste Pflanzen benötigen weniger Pflege.

Winterhärte
Der Wert bestimmt, wie gut die Pflanze mit kalten Temperaturen und Frost zurechtkommt.

Insektenbesatz
Pflanzen, die eine hohe Anziehungskraft auf Bestäuber ausüben, tragen zur Förderung der Biodiversität bei. Der Insektenbesatz
umfasst die Anzahl und Vielfalt von Insekten, die mit einer Pflanze interagieren.

Torf kann viel Wasser aufnehmen und langsam wieder abgeben. Wegen seiner lockeren, durchlässigen Struktur verbessert Torf außerdem die Durchlüftung des Substrates. Deshalb wird er in vielen Pflanzsubstraten eingesetzt. Leider setzt der Abbau von Torf viel klimaschädliches CO2 frei. Daher prüft die LVG, ob sich torfreduzierte oder torffreie Kultursubstrate für Topfpflanzen und Baumschulgehölze eignen. Mit dieser Arbeit unterstützt sie Praxisbetriebe, den Torfeinsatz in den unterschiedlichen Substraten zu verringern.

Bitte möglichst torffreie Erde im eigenen Garten benutzen. Das funktioniert gut, wenn häufiger, aber in geringeren Mengen gegossen wird.

Dachbegrünung

Ein Gründach ist ein durchdachtes System aus Substrat, Entwässerung und robusten Pflanzen. Dachbegrünungen verbessern die Umgebungsqualität: Die Dämmung gleicht größere Temperatur-Extreme aus und die Pflanzen erhöhen die Luftfeuchtigkeit. Außerdem verbessern sie die Luftqualität, indem sie Feinstaub binden. Sie schlucken den Umgebungslärm und entlasten die Kanalisation, weil sie Regenwasser zwischenspeichern. Für eine Vielzahl von Insekten, Vögeln und anderen Kleinlebewesen sind grüne Dächer Rückzugsorte und Lebensräume. Gründächer lassen sich auch auf Garagen, Gartenhäusern oder als Vordächer installieren - jeder Quadratmeter zählt.

Bei der Begrünung von Dächern wird zwischen intensiver und extensiver Dachbegrünung unterschieden. Bei einer intensiven
Dachbegrünung ist die Substratschicht dicker, was auch die Bepflanzung mit Sträuchern und Bäumen erlaubt. Zudem kann
dieses Dach mehr Wasser speichern, die Dach-Konstruktion muss dann aber stabiler sein, um das zusätzliche Gewicht zu
tragen. Bei der extensiven Dachbegrünung, wie sie auch auf den Pavillon-Dächern des „Grünen Bandes“
zu finden ist, wachsen anspruchslosere und trockenheitsverträgliche Pflanzen auf einer dünneren Substratschicht.

Schichten der Dachbegrünung von oben nach unten

Vegetationsschicht
Die Dächer wurden mit einer Mischung aus Sedumsprossen und heimischen Wildkräutern bepflanzt, die gut mit Hitze und
Trockenheit klarkommen. 

Substratschicht
Die Substratschicht ist die Wachstumsbasis für die Pflanzen und besteht aus einer leichten, durchlässigen Spezialmischung.
Das Substrat ist entweder rein mineralisch oder hat nur wenig organische Bestandteile.

Filterschicht
Ein Vlies verhindert das Verstopfen der Drainage. Es wird zwischen der Substratschicht und der darunterliegenden Schicht platziert.

Drainageschicht
Die Drainage besteht oft aus porösen Materialien wie gebrochener Lava oder Blähton, die eine hohe Wasser- und Luftdurchlässigkeit
haben. Durch diese Schicht fließt überschüssiges Wasser schnell ab, was die Bildung von Staunässe verhindert.

Schutzlage
Die Schutzlage schützt die darunter liegende Dachabdichtung vor mechanischen Beschädigungen. Zum Einsatz kommen z. B.
ein entsprechend starkes Vlies oder eine Gummigranulatmatte.

Dachabdichtung
Bei einem begrünten Flachdach muss die Dachabdichtung zusätzlich wurzelfest sein.

Dachaufbau
Der Aufbau ist die Struktur des Daches, die das gesamte Gewicht der Dachbegrünung trägt. Dafür wurde vorher die Tragfähigkeit
berechnet.

Thema "Grüne Branche"

Unverzichtbare Profis im Klimawandel

Das Wissen von Gärtnerinnen und Gärtnern ist gerade im Klimawandel und sich verändernden Gärten von enormer Bedeutung, denn sie machen weit mehr als das Vermehren und Kultivieren von Pflanzen: Sie gestalten Lebensräume, wählen dafür die geeigneten nachhaltigen Materialien und schützen damit das Klima und die Artenvielfalt. Ob im Zierpflanzenbau oder in der Friedhofsgärtnerei: Der Weg zu dieser sinnstiftenden und praktischen Arbeit führt über eine Ausbildung in einem anerkannten Fachbetrieb. Werde Teil eines Berufsfelds, das Klimaschutz, Kreativität und Natur verbindet und arbeite an einer nachhaltigen Gartenkultur von morgen. 

Die Grüne Branche

Menschen brauchen Natur – und Profis, die sich auskennen. Gärtner:innen sind in Zeiten des Klimawandels gefragte Fachleute, wenn es darum geht, richtig auf die aktuellen Herausforderungen zu reagieren. Sie verbinden Handwerk, Wissen und Kreativität und gestalten klimafreundliche und naturnahe Gärten, in denen Menschen sich entspannen, pflanzen Bäume, die Schatten spenden oder kultivieren Obst, Gemüse oder Zierpflanzen. 

Das geschieht mit moderner Technik, großem Ideenreichtum und immer im Einklang mit der Natur. In der Ausbildung erfährst du unter anderem etwas über die Anzucht und Pflege von Pflanzen und lernst, wie Böden und Substrate funktionieren. Neben der Theorie hat die Ausbildung einen hohen Praxisanteil: Am Ende eines Arbeitstages kannst du immer sehen, was du mit deinen Händen geschaffen hast

Gärtner:in - mehr als EIN Beruf

Aufgaben: Gehölze vom Samen oder Steckling bis verkaufsfertige Ware kultivieren

Besonderheiten: Lange Zeiträume: Viele Kulturen laufen über mehrere Jahre sowie großem Technik- und Maschinen-Einsatz: z.B. Gießwagen, Topf- und Pflanzmaschinen sowie Ballenstechmaschinen

Arbeitsorte: Produktions- und Verladeflächen, Verkaufsflächen

Ausbildungsinhalte: Gehölzkenntnisse, Pflanzenschutz, Vermehrung und Veredelung, Kulturverfahren, Technik bzw. Maschinen, Vermarktung

Aufgaben: Grabstätten anlegen, bepflanzen und ganzjährig pflegen

Besonderheiten: Viel Handarbeit, darunter auch floristische Arbeiten, z.B. Kränze und Gestecke herstellen, Schalen bepflanzen, Kundenberatung

Arbeitsorte: Friedhöfe, Freiland-Anzuchtflächen, Gewächshäuser, Memoriam-Gärten oder Naturruh-Areale

Ausbildungsinhalte: Grabskizzen und -planung, saisonale Pflege, Pflanzenkenntnisse, Vermehrung, Pflanzenschutz, Rechtliches

Aufgaben: Planung, Errichtung und Umsetzung von öffentlichen und privaten Grünanlagen

Besonderheiten: Zusätzlich auch Gestaltung baulicher Elemente wie Wege, Mauern, Terrassen und Zäune, viel Teamarbeit

Arbeitsorte: Gärten, Parks, Sportanlagen, Verkehrsflächen

Ausbildungsinhalte: Vegetationstechnik, Maschineneinsatz, Teichbau, Pflanzenkenntnisse

Aufgaben: Bodenbearbeitung, Aussaat und Pflanzung von Gemüsepflanzen sowie die Aufbereitung und der Verkauf von Ernteprodukten

Besonderheiten: schnelle Zyklen, viele Kulturen wie Salat oder Spinat werden schon nach wenigen Wochen verkauft

Arbeitsorte: Gewächshaus, Folientunnel und Freiland, je nach Betrieb auch Hofladen / Wochenmarkt

Ausbildungsinhalte: Anbauplanung, Aussaat, Jungpflanzen, Technik, Pflanzenschutz, Ernte und Vermarktung

Aufgaben: Obst produzieren: Anbau, Pflege, Ernte und Verkauf

Besonderheiten: Saisonspitzen und Arbeit mit modernen technischen Geräten und Schleppern

Arbeitsorte: Obstplantagen und Anbauflächen, Sortierhalle und Lager, Hofladen / Wochenmarkt

Ausbildungsinhalte: Plantage anlegen und pflegen, Pflanzenschutz, Bodenbearbeitung, Arbeit an der Pflanze, Ernte, Sortierung und Vermarktung

Aufgaben: Stauden vermehren, kultivieren und verkaufen

Besonderheiten: Fokus auf Anzucht und Vermehrung einer riesigen Auswahl an Stauden, Gräsern, Farnen und Wasserpflanzen

Arbeitsorte: Staudengärtnereien, Jungpflanzenbetriebe oder Endverkauf

Ausbildungsinhalte: Staudenkenntnisse, Vermarktung, Böden und Substrate, Pflanzenschutz, Vermarktung und Beratung

Aufgaben: Produktion von Zimmerpflanzen, Schnittblumen sowie Beet- und Balkonpflanzen

Besonderheiten: hoher Grad an Automatisierung

Arbeitsorte: spezialisierte Gärtnereien, im Freiland und in Gewächshäusern

Ausbildungsinhalte: Anzucht, Pflege, Pflanzenschutz, Bedienen von Klima- und Bewässerungscomputern, Vermarktung

Du brauchst:

  • Haupt- oder Realschulabschluss, Abitur
  • Körperliche Fitness
  • Interesse an Pflanzen und Natur
  • Lust, im Freien zu arbeiten
  • Bereitschaft zu saisonbedingten Arbeitszeiten
  • Handwerkliches Geschick
  • Technisches Verständnis

Das erwartet dich:

  • eine 3-jährige Ausbildung mit Verkürzungsmöglichkeiten
  • begleitender Berufsschulunterricht an 1-2 Tagen pro Woche oder Blockunterricht
  • überbetriebliche Lehrgänge

Und so kannst du dich weiterentwickeln:

  • Einjährige Fachschule: Gärtnermeister
  • Zweijährige Fachschule: staatlich geprüfter Agrarbetriebswirt
  • diverse Bachelor- oder Master-Studiengänge
  • internationaler Austausch durch Auslandsaufenthalte

Landwirtschaftskammer Niedersachsen - Infoblatt “Ausbildung Gärtner/-in”

Nachhaltig Natur gestalten

Nachhaltigkeit kommt ursprünglich aus der Waldbewirtschaftung und beschreibt das Prinzip, nicht mehr Bäume abzuholzen als neu gepflanzt werden. Heute ist damit gemeint, dass wir unsere Lebensweise so gestalten müssen, dass unsere Lebensgrundlagen auch für zukünftige Generationen erhalten bleiben. Dabei müssen ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte zusammengedacht werden. Ökologische Nachhaltigkeit bedeutet, die Umwelt nicht zu überlasten und die Artenvielfalt sowie die natürliche Erholung von Boden, Wasser und Lebensräumen zu ermöglichen. Konkret heißt das, Abfall zu vermeiden, CO2-Emissionen zu senken und unsere begrenzten Ressourcen sparsam zu nutzen, um das Klima zu schützen und die Erderwärmung zu reduzieren.

Ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen bedeutet, Rohstoffe, Energie und Wasser effizient und sparsam zu nutzen. Das lässt sich auch im eigenen Garten umsetzen. Dabei spielen verschiedene Arten der Wiederverwertung eine zentrale Rolle. Beim Recycling, Downcycling und Upcycling werden Produkte in ihre Ausgangsmaterialien zerlegt, aus denen anschließend neue Dinge entstehen. Dieser Prozess spart unterm Strich Energie, Rohstoffe und reduziert Müll. Am nachhaltigsten und klimafreundlichsten ist natürlich
die Weiternutzung (Re-Use), weil weder Energie noch Ressourcen notwendig sind und kein zusätzliches CO2 entsteht.

Downcycling
Man spricht von Downcycling, wenn das recycelte Produkt eine schlechtere Qualität als das Ausgangsprodukt aufweist. Ein Beispiel: Aus dem geschredderten Kunststoff von Plastikflaschen, Verpackungen oder Folien entstehen Blumentöpfe oder Pflanzkübel.

Upcycling
Aus vermeintlichem Müll entsteht ein Produkt in ganz neuer Gestalt und mit neuem Zweck. So können zum Beispiel alte Europaletten mit handwerklichem Geschick und Kreativität zu einer Gartenbank verarbeitet werden.

Recycling
Von Recycling ist die Rede, wenn Abfälle zunächst wieder in Rohstoffe verwandelt werden und aus diesen dann neue Produkte entstehen. Aus Altmetall kann beispielsweise ein neuer Zaun entstehen.

Re-Use / Weiternutzung
Es handelt sich um Re-Use, wenn ein Gegenstand, manchmal auch für einen neuen Zweck, weitergenutzt wird. Zum Beispiel können alte Klinkersteine als Belag für einen Gartenweg oder eine Beeteinfassung weitergenutzt werden.