Erlebnisstation „Gesunder Boden - Gesundes Wasser“

360°-Ansicht

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Boden und Wasser – wertvolle Schätze!

Boden und Wasser sind für uns unverzichtbar, sie sind unsere Lebensgrundlage. Ohne Boden gäbe es keine Bäume, keine Gräser, kein Gemüse. In gesunden Böden werden Pflanzen mit Wasser, Nährstoffen und Luft versorgt. Sie filtern das versickernde Wasser und können damit einer Belastung des Grundwassers, unseres Trinkwassers, entgegenwirken. Bei Regen nimmt der Boden Wasser auf und verhindert damit Überschwemmungen.

Eine sehr wichtige Voraussetzung für einen gesunden Boden und sauberes Wasser ist ein intaktes Bodenleben. Wussten Sie schon, dass in einer Handvoll fruchtbaren Bodens mehr Organismen leben als Menschen auf der Erde?

Die Erlebnisstation Gesunder Boden – Gesundes Wasser lädt Sie ein, den Boden aus ungewohnter
Perspektive zu entdecken und sich der komplexen Bedeutung von Boden und Wasser bewusst zu werden.

Neben der Darstellung des Bodens des Jahres begegnet hier der Besucher den Bodenlebewesen auf Augenhöhe. Kinder erfahren durch Mitmachexponate, wie z. B. die „Bodensäule“ und „Ein reger Wurm“, auf spielerische Weise, wie viel Leben im Boden steckt. Infotafeln mit anschaulichen Grafiken verdeutlichen den engen Zusammenhang zwischen Boden, Wasser und dem Menschen. Ein echtes Bodenprofil eines Podsols aus Süd-Oldenburg ermöglicht eine ungewöhnliche Perspektive auf den "buntesten" Boden Deutschlands. Praxisnahe und alltagstaugliche Tipps für jedermann zum Mitnehmen runden das Angebot ab.

 

Boden des Jahres 2020: WATTBODEN

Wattböden sind wahre Schätze der Natur.
Die ökologische Bedeutung und Ökosystemleistung dieser jungen Böden ist enorm.

BODENSCHUTZ GEHT ALLE AN!

> Boden des Jahres 2020

Das Wasser auf der Erde bewegt sich in einem natürlichen Kreislauf. Durch Sonneneinstrahlung erwärmt sich Wasser überall
und verdunstet auf der gesamten Erdoberfläche zu Wasserdampf, zum Beispiel in Wäldern, auf Wiesen, Straßen, Dächern.
Warme Luft lässt den Wasserdampf aufsteigen und es bilden sich Wolken. Als Niederschlag fällt das Wasser zurück auf die
Erde, je nach Temperatur als Regen, Hagel oder Schnee. Wasser, das auf die Wiesen, Felder und Wälder fällt, wird von den
Pflanzen aufgenommen oder versickert im Boden. Das versickerte Wasser nennt man Grundwasser. Der Mensch entnimmt dem
Wasserkreislauf – zum Beispiel mit Hilfe eines Wasserwerks – Wasser zur eigenen Nutzung und führt es nach Reinigung durch
Kläranlagen wieder in den natürlichen Kreislauf zurück.

Lebewesen, die im Boden leben, bekommen wir selten zu Gesicht. Viele sind sehr winzig und daher nur mit einer Lupe oder einem Mikroskop sichtbar. Einige der unzähligen Bodenlebewesen wurden in unserer Bodentauchstation um ein Vielfaches vergrößert, so dass man ihnen einmal auf andere Weise begegnen kann.

Stark vergrößerte Kleinstlebewesen sind: Strahlenpilze und Streptokokken, Schalenamöben und Wimpertierchen, Hornmilbe und Springschwanz.

Weniger stark vergrößert wurden: ein Hundertfüßer, ein Regenwurm, eine Assel, Ameisen, eine Käferlarve und ein Maulwurf.

Hier werden nur einige wenige Bodenlebewesen gezeigt. In der Natur gäbe es auf dieser Fläche ein einziges Gewimmel.

Böden entstehen über viele Jahre und Jahrhunderte hinweg durch natürliche Prozesse. Je nach Lage, Klima und dem Gestein, aus dem sie sich gebildet haben, unterscheiden sie sich stark voneinander. Unterschiedliches Aussehen und unterschiedliche Eigenschaften überraschen uns daher nicht.

Der Mensch nutzt die Böden und verändert sie, um zum Beispiel ihren Ernteertrag zu erhöhen. Die neu entstandenen Böden haben aus landwirtschaftlicher Sicht große Vorteile, denn sie werden fruchtbarer. Andererseits verlieren die an den ursprünglichen Boden angepassten Pflanzen und Tiere ihren Lebensraum und die natürliche Ausprägung der Böden ist verändert. Eine nicht nachhaltige Nutzung kann eine Verschmutzung des Grundwassers zur Folge haben.

In unserer Region sind Plaggenesche, Hochmoorböden und Grundwasserböden (Gley) typisch und verbreitet.

Wir brauchen sauberes Wasser, um gut und gesund leben zu können. In vielen Bereichen des Lebens können wir unseren Verbrauch bewusst steuern und dabei Wasser sparen. Ob im Haushalt oder in der Freizeit, beim Einkaufen oder Reisen, das Nachdenken über den eigenen Wasserverbrauch lohnt sich.

Wenn wir Wasser vor Verschmutzung schützen, bewahren wir diesen kostbaren Schatz für uns und kommende Generationen. Das ist unsere Aufgabe, jetzt und in Zukunft.

Der Regenwurm ist ein sehr aktives Tier, das im Boden lebt. Er sucht ständig nach Nahrung, frisst, verdaut und baut an seinen Gängen und Höhlen. Der eher unscheinbare Wurm leistet mit seinem fleißigen Tun einen sehr wichtigen Beitrag zur Belüftung, Umschichtung und Düngung des Bodens. Abgestorbene Pflanzenteile werden vom Regenwurm gefressen und in Nahrung für kleinere Bodentiere und Nährstoffe für die Pflanzen umgewandelt. Die bis zu einem Meter tiefen Regenwurmgänge erleichtern Pflanzenwurzeln das Vordringen in den Boden.

Es gibt viele verschiedene Arten von Regenwürmern. Zählt man die Masse aller Lebewesen im Boden zusammen, dann stellen die Regenwürmer die Hälfte davon.

Der Regenwurm kann über 10 Jahre alt werden. Wegen seiner vielfältigen Aufgaben zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit sollte er Wertschätzung erhalten. Solltest du einen Regenwurm finden, bedecke ihn so rasch wie möglich mit lockerer Erde oder Laub, da er die Feuchtigkeit liebt.

Der Boden ist vielen Gefährdungen ausgesetzt. Dazu zählen sämtliche Eingriffe des Menschen, die den Boden in seinem Gefüge, seiner Struktur oder seiner Funktion nachhaltig verändern, belasten oder verringern. Immer ist dabei auch das Wasser gefährdet, das der Boden in seiner natürlichen Funktion filtert und speichert. Wir alle sind in der Verantwortung, uns darum zu kümmern, dass diese Gefährdungen eingedämmt werden.

So sieht der Boden aus, auf dem wir in unserer Region oft leben: Der Podsol.

Es ist der „bunteste“ Boden Deutschlands. Dieses charakteristische Bodenprofil ermöglicht uns eine Perspektive, die wir normalerweise nicht einnehmen können, es sei denn eine frische Baugrube lässt Einblicke zu. Ein Bodenprofil liefert viele Informationen, sofern wir sie entschlüsseln können. Aus der Farbigkeit und den Bestandteilen des Bodens lässt sich beispielsweise ableiten und erklären, welche Wasserleitfähigkeit und Speicherfähigkeit von Nährstoffen er besitzt.

„Boden verstehen“ ist ein wichtiger Schritt hin zum Bodenschutz. Übrigens: Der Name Podsol kommt aus dem Russischen und kann mit „aschefarbener Boden“ übersetzt werden.

Der Besucher erhält praxisnahe Anregungen und Hinweise für die Gartenbewirtschaftung im Haus- und Kleingarten. Themen sind z.B. das bodenschonende und -verbessernde Bearbeiten des Oberbodens zum Erhalt und der Förderung der Humusschicht und damit der Bodenlebewesen. Zur Vermeidung unerwünschter Stoffeinträge in Oberflächen- und Grundwasser werden umweltschonende Pflanzenschutzmaßnahmen mit so wenig Chemie wie möglich genannt. Auch geht es um einen sparsamen Wassereinsatz im Garten.

In Form von ansprechenden Kärtchen im Postkartenformat erhält der Besucher, wenn er diese mitnimmt, praktische Tipps für zu Hause, die im Grunde die Aussagen der Ausstellung vermitteln, nämlich dass Bodenschutz einhergeht mit Wasserschutz und beides wichtig für die Umwelt und für jeden Einzelnen ist.

Wer möchte, kann sich Karten mit einem „Tipp für den Garten“ mitnehmen und zuhause auf dem Balkon oder im Garten ausprobieren.

> Hier finden Sie alle Tipps für den Garten als PDF